von Judith Alwin
Ins Netz gegangen: Drei Jahre Partnersuche im Internet – das Online-Tagebuch von Judith Alwin Millionen Singles suchen in Deutschland ihren Traumpartner im Internet, und es werden immer mehr, die sich zwecks Partnersuche in die Weiten der virtuellen Welt begeben. Judith Alwin, Model, Journalistin und Moderatorin, hat drei Jahre la...

Das Thema Den richtigen Partner zu finden, ist immer schwer. Aber für Frauen ab etwa dreißig soll das angeblich unmöglich sein – sagt die Männerwelt. Ich bin Judith Alwin, Anfang vierzig, eine berufliche Mischung aus Model, Journalistin und Moderatorin. Seit drei Jahren gehe ich als TRY2FIND online auf Partnerpirsch und ich muss zugeben: Die Herren haben Recht. Es ist wirklich schwer, denn uns Frauen steht zum Glück beziehungsweise dem Glück, der angeborene Sinn für Ästhetik im Weg. Ich weiß, wovon ich rede. Zu den Tausenden von virtuellen Kontakten hatte ich etwa fünfzig Dates im realen Leben … und ich habe mich mehr als einmal erschreckt! Das Erstaunlichste an der wundersamen WWWelt ist die unglaubliche Diskrepanz zwischen Wunschdenken und Selbstwahrnehmung. Im Netz werden Kleinwüchsige zu Riesen, Rentner klicken die Last der Jahre einfach weg und absolut jeder in der virtuellen Welt ist rank und schlank. Das Buch Das Buch stellt die bisweilen seltsamen Verhaltensweisen der paarungswilligen männlichen User vor, die Judith Alwin während ihrer Partnersuche »ins Netz gegangen« sind. Herausgekommen ist dabei ein Führer durch die virtuelle Welt der einsamen Herzen, der endlich das Geheimnis lüftet, warum frau es ab etwa dreißig so schwer hat mit der Partnersuche. Mit einer gehörigen Portion Ironie und Sarkasmus stellt die Autorin die Vor- und Nachteile der verschiedenen Flirt- und Partnerschaftsforen im Internet vor, zeigt, was man aus den oft knappen Selbstbeschreibungen der Männer herauslesen kann, und kommentiert die oft selbstgerechte und anmaßende Haltung vieler Männer im Netz anhand von Beispielen, die sie selbst erlebt hat. Sie führt die männlichen Tricks und Maschen vor und zeigt die Angst der Herrenwelt, aus einer virtuellen Beziehung eine reale zu machen. Sie rät ihren Leserinnen, auf ihr Bauchgefühl zu hören, und gibt Tipps, wie man hartnäckige Verehrer wieder loswird. Das Zitat Ein Grund, ins Netz zu gehen, ist Liebeskummer. Meine Freundin Olivia sagt, ich solle mich mit Flirts ablenken und dafür müsse ich dringend ins Internet. Olivia selbst hat bereits viele interessante Männer aus dem Netz gefischt. Und so begann meine eigene Partnersuche im Internet, anfangs ziemlich blauäugig. Ich fing an, diese Welt genauer zu analysieren, und stand bald vor der Frage: Bin ich verrückt oder die anderen? Denn hier entwirft jeder das Bild von sich, wie er gerne wäre. Schwierig wird es erst recht, wenn der Traumprinz den Schritt in die Realität wagt. Aber auch für diesen Fall hat das menschliche Ego eine Lösung gefunden: Die Selbstwahrnehmung passt sich schnell dem virtuellen Wunschdenken an. Ich habe viele Frösche getroffen, die sich für Prinzen hielten. Dennoch hat mir diese Zeit viel gebracht: Ich habe erkannt, dass ich mein ganzes Leben lang immer nach Männern gesucht habe, die mir gar nicht gut tun, und habe es geschafft, mich von diesem Männerbild zu lösen.
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